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Geschlossener Wohnbereich


Ungewöhnlich aber einzigartig in Schleswig-Holstein ist der gerontopsychiatrische Bereich unseres Hauses. Von zahlreichen Ärzten der Umgebung befürwortet, wurde dieser Bereich speziell auf die Bedürfnisse demenzkranker Menschen abgestimmt. Dieser geschlossene Wohnbereich erstreckt sich über das gesamte Erdgeschoss des südlichen Torhauses mit 11 Einzelzimmern und lässt die Aufnahme von Bewohnern mit Unterbringungsbeschluss zu.
Es gibt einen Wintergarten, der als Tages- und Speiseraum genutzt wird, der mit einer Küchenzeile, Radio und einem Fernseher ausgestattet ist. Vom Wintergarten ausgehend führt ein Wandelgang zu einem hellen Pavillon mit Wohnzimmerathmosphäre, der das Bild des Wohnbereiches abrundet. Diese gemeinschaftlichen Räume zur Knüpfung sozialer Kontakte können von allen jederzeit genutzt werden. Hier befinden sich gemütliche Sitzecken. Sowohl vom Wintergarten, als auch vom Pavillon ist der Austritt in den beschützten Garten möglich.

Das eigene Zimmer gibt die Möglichkeit für einen privaten Rückzug.

Der Garten dient unseren Bewohnern bei gutem Wetter als Treffpunkt zum Klönen, sich körperlich zu betätigen und zum Spazieren gehen. Neben der Möglichkeit sich im Gartenbereich ausgiebig zu bewegen, gibt es dort die Möglichkeit, Beete zu bepflanzen, zu pflegen, den Besen zu schwingen oder einfach nur Ruhe zu tanken etc.

Den Winde auf der Haut zu spüren, das Lichtspiel der Sonne, die Düfte der Pflanzen sowie die Vögel mit ihrer Stimmenvielfalt zu erleben, spricht in besonderem Maße die Sinne der Bewohner an und kann sehr erlebnisreich sein.

Eine Demenzerkrankung geht stets mit Phasen extremer Unruhe einher. Viele Demente zeigen vor allem im mittleren Stadium der Krankheit einen ausgeprägten „Wandertrieb“. Nach einem Umgebungswechsel ist dieser oft besonders groß. Auf der Suche nach Vertrautem verlässt der demente Mensch oftmals seine Umgebung und findet nicht wieder zurück. Nicht alle "Ausflüge" Demenzkranker laufen glimpflich ab.

Innerhalb des Wohnbereiches sowie auf der großzügigen Dachterrasse von insgesamt 100m² garantieren wir allen Bewohnern im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten eine uneingeschränkte Bewegungsfreiheit. Die sichere und beaufsichtige Umgebung verhindert dabei im Einzelfall vom Hausarzt empfohlene und vom Amtsgericht angeordnete freiheitsbeschränkende Maßnahmen wie Fixierungen oder beruhigende Medikamente. In Begleitung des Personals bzw. in Begleitung Angehöriger finden Ausflüge und Spaziergänge in die nähere Umgebung statt sowie Begleitungen innerhalb des Hauses.

Orientierungshilfen wie gut ablesbare Uhren, große Kalender, Erklärungstafeln und Beschriftungen sowie Namensschildern auf den Türen sind eine wichtige Stütze für die Bewohner dieses Wohnbereiches. Der gesamte Wohnbereich bietet den Bewohnern sehr viel Licht und ist klar und übersichtlich eingerichtet und gestaltet. Altvertraute Möbel und Gegenstände in den Zimmern bieten Geborgenheit.

 

 


 



 


Unser Haus beschäftigt Ergotherapeuten und Betreuungskräfte für Bewohner mit demenziellen Erkrankungen. Das Ziel all unserer Bemühungen ist es, die Lebensqualität jedes einzelnen Bewohners zu erhöhen, ihre Gefühls- und Erlebensfähigkeit zu aktivieren und ihnen ein zusätzliches Stück Lebensfreude durch kreative und aktivierende Freizeitgestaltung zu vermitteln.

 


 

Die Ergotherapeutin als auch die Betreuungskraft entwerfen jeder für sich einen Beschäftigungsplan, der wöchentlich neu gestaltet und auf dem Wohnbereich ausgehängt wird.
Bei gutem Wetter wird meist vom Plan etwas abgewichen, da die Bewohner dann zu einem Spaziergang hinaus begleitet werden. Ansonsten orientiert sich die Teilnahme an der Beschäftigung nach den Vorlieben und Gewohnheiten der Bewohner, aber auch nach der Ausprägung der Demenz.
Schwerst demente Menschen können meist nicht mehr aktiv an Beschäftigungen teilnehmen. Sie sollten aber dennoch Gespräche, Musik und Gerüche wahrnehmen und durch diese Sinneseindrücke Anregung erfahren.
Bewohner, die aus Krankheitsgründen das Bett nicht verlassen können, erhalten Einzeltherapie im Bett oder werden wenn möglich im Liegestuhl in den Aufenthaltsraum gebracht.
Die Ergotherapeutin und die Betreuungskraft sind ebenfalls für die Fest- und Feiergestaltung im Hause sowie der Planung für die Ausflüge zuständig, und veranstalten ihre Treffen diesbezüglich regelmäßig selbständig.
Es ist auch möglich, dass Ausflüge und Spaziergänge mit den Bewohnern durch die Ergotherapeutin und Betreuungskraft gemeinsam durchgeführt werden.
Ein weiteres Angebot ist die 10- Min Aktivierung, die zu jeder Zeit durchgeführt werden kann.
Die Beschäftigungen und die Mahlzeiten finden in dem Gemeinschaftsraum des Wohnbereiches statt, wobei im Sommer der Garten genutzt wird.
Des Weiteren ist es wichtig, dass es Zeiten gibt, die nicht verplant werden, sondern für spontane Dinge genutzt werden können; es eben nicht immer alles planbar.
Während der Beschäftigung im Wohnbereich ist es den Bewohnern jederzeit möglich das Angebot zu verlassen, umher zu laufen und ggf. wieder zurückzukehren.